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Tipps & Termine

18.06.
"Lutherland" - Jahreskonferenz der Metropolregion Mitteldeutschland  

Aktuelle Meldungen

Mai 2012

Dr. Albrecht Schröter übernimmt den Vorsitz im Metropolregion-Ausschuss 01.05.2012

Der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter hat zum 1. Mai offiziell den Vorsitz des Gemeinsamen Ausschusses der Metropolregion Mitteldeutschland übernommen. Für die nächsten zwei Jahre wird er damit das Wirken der Metropolregion deutlich mit profilieren.
„Albrecht Schröter ist jemand, der den mitteldeutschen Gedanken lebt, ein Multiplikator“, sagte Dagmar Szabados, die Oberbürgermeisterin von Halle. „Wir brauchen jemanden, der den mitteldeutschen Gedanken mit voller Überzeugung rüberbringt. Deshalb ist die Funktion auch, unabhängig von der Oberbürgermeister-Wahl, an die Person Albrecht Schröter gebunden“, so Szabados. Denn Schröter sei derjenige, der Mitteldeutschland mit Herzblut vertrete.
Albrecht Schröter bestätigte: „Ich brenne für Mitteldeutschland, freue mich auf die neue Aufgabe und habe auch schon Ideen.“ Die Ressourcen müssten gebündelt werden im mitteldeutschen Raum, um nicht auf allen Gebieten Dreifachstrukturen finanzieren zu müssen. „Um auch international wahrgenommen zu werden, brauchen wir die regionale Zusammenarbeit.“ Als wichtigste Ziele benannte er, bis zum Jahresende die Metropolregion in die Organisationsstruktur eines Vereins zu bringen und die Geschäftsstelle in Leipzig arbeitsfähig zu machen. Zudem wolle er Kontakt zu anderen Metropolregionen suchen und die Entscheidungsgremien in den drei mitteldeutschen Ländern regelmäßig über die Arbeit der Metropolregion informieren. „Ich möchte die Lust auf Mitteldeutschland erhöhen“, so Schröter.
Die Wahl Albrecht Schröters war eines der Ergebnisse der Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses der Metropolregion am 2. März in Jena. Die Metropolregion gibt es seit 2003, zunächst als Metropolregion Halle-Sachsendreieck, seit 2008 als Metropolregion Mitteldeutschland. Mitglieder in dem Zusammenschluss sind Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Halle, Magdeburg, Jena, Dessau-Roßlau, Dresden und Gera.

Oktober 2011

Wissenschaftsatlas neu aufgelegt 04.10.2011

Der Wissenschaftsatlas der Metropolregion Mitteldeutschland wurde in einer vollständig überarbeiteten und aktualisierten Ausgabe beim Auftritt der Metropolregion auf der Expo Real in München am 4. Oktober vorgestellt. Er gibt einen detaillierten und umfassenden Überblick über die reichhaltige Wissenschafts- und Forschungslandschaft in Mitteldeutschland.

>> Wissenschaftsatlas herunterladen

September 2011

Sächsischer Landesentwicklungsbericht 2010 veröffentlicht 07.09.2011

Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat am 7. September 2011 den Landesentwicklungsbericht 2010 dem Landtag übergeben.

Ausgerichtet an den Inhalten des Landesentwicklungsplanes 2003 wird auf rund 200 Seiten über die Ergebnisse und Entwicklungen im Bereich der Raumordnung, Landes- und Regionalplanung sowie über wesentliche Ergebnisse der raumbedeutsamen Fachplanungen im Zeitraum 2006 bis 2009 berichtet. Damit schließt der Bericht nahtlos an den Landesentwicklungsbericht 2006 an. Zahlreiche Tabellen, Grafiken und Karten veranschaulichen die räumliche Entwicklung des Freistaates.

Innenminister Markus Ulbig: „Der Landesentwicklungsbericht soll neben der Information des Landtages zugleich als unentbehrliche Informationsquelle für Entscheidungsträger aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens dienen. Er informiert die Öffentlichkeit über die Entwicklung ausgewählter Strukturen im Freistaat Sachsen und die Einflussnahme der Raumordnung und Landesplanung auf diese Entwicklung und erfüllt damit eine wichtige Aufgabe.“

Der Landesentwicklungsbericht 2010 kann als Broschüre kostenfrei über den Zentralen Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung bezogen werden. Darüber hinaus steht er im Internet unter www.landesentwicklung.sachsen.de zum Download zur Verfügung.

Quelle: Medienservice Sachsen

August 2011

Mitteldeutschland: Drei Länder legen Gerichtsbarkeiten zusammen 28.08.2011

Chemnitz/dpa. Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen ihre jeweilige Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit zusammenlegen. «Schwierige Zuständigkeitsabgrenzungen entfallen, Prozesse werden schneller abgeschlossen und Personal- und Sachmittel können flexibler eingesetzt werden», betonten die Justizminister Jürgen Martens (FDP), Angela Kolb und Holger Poppenhäger (beide SPD) am Montag nach einem Treffen in Lichtenwalde bei Chemnitz. Sie wollen die Zusammenführung der Gerichtsbarkeiten auch zum Thema der Justizministerkonferenz im November in Berlin machen. So könne schnell und angemessen auf Schwankungen der Geschäftsbelastung reagiert werden. «Das hilft insbesondere den überlasteten Sozialgerichten», erläuterten die Ressortchefs.

Sie diskutierten auch über eine gemeinsame internationale Kammer für Handelssachen am Landgericht Leipzig, wo internationale Verfahren auf Englisch verhandelt werden sollen. Sachsen und Sachsen-Anhalt bereiten eine Verwaltungsvereinbarung vor, auch Thüringen prüfe eine Kooperation. Die gesetzliche Grundlage dafür wird derzeit auf Bundesebene beraten. «Ziel ist auch, große Prozesse von englischen zu deutschen Gerichten zu holen», begründeten die Minister ihren Vorstoß.

Sie vereinbarten außerdem, trotz anstehender Reform an dem seit Ende 2008 gemeinsam betriebenen Vollzug der Sicherungsverwahrung festzuhalten. Bis Jahresende sollen auch die Voraussetzungen für den Einsatz der elektronischen Fußfessel bei entlassenen Straftätern und früheren Sicherungsverwahrten in den drei Ländern geschaffen werden. In Sachsen liege ein Kabinettsbeschluss bereits vor, in Thüringen werde sich die Landesregierung am Dienstag damit beschäftigen, in Sachsen-Anhalt liefen die Vorbereitungen, hieß es. Die Minister wollen künftig auch die Bildungsmöglichkeiten im Jugendstrafvollzug noch besser aufeinander abstimmen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

Leipzig ist Bahnhof des Jahres 28.08.2011
Der Hauptbahnhof in Leipzig ist der beste Großstadtbahnhof in Deutschland. Im Wettbewerb um den kunden-freundlichsten Kleinstadtbahnhof machte Halberstadt das Rennen. Das gab die Allianz pro Schiene am Montag bekannt, die zum achten Mal den Titel "Bahnhof des Jahres" verlieh.

Erfurt. Der Leipziger Bahnhof überzeugte die Jury aus Verbraucherverbänden, weil er "unglaublich viel Platz für die Reisenden" biete, so die Allianz pro Schiene. Halberstadt strahle seit der Wiedereröffnung 2010 "wie ein wach geküsstes Dornröschen", so Dieter Harms vom Autoklub ACE. Zwar entscheidet über den Bahnhof des Jahres stets die Jury, aber diesmal wurden parallel die Bahnkunden befragt. Sie setzten den Stuttgarter Hauptbahnhof auf Platz eins. Der noch gar nicht gebaute unterirdische Gegenentwurf "Stuttgart 21" schaffte es bei den Kunden aber auch auf Platz elf. Die Jury hielt sich aus der Politik heraus, unternahm Testreisen und entschied sich am Ende für Leipzig als Großstadtstation und Halberstadt als kleinen Bahnhof. Dirk Flege von der Allianz pro Schiene begründete das unter anderem damit, dass diese Bahnhöfe "statt leerer Wartezeiten ein eigenes Erlebniszentrum schaffen, das Reisende und Besucher ganzheitlich anspricht". Mit dem 1915 erstmals und 1999 wieder eröffneten Leipziger Hauptbahnhof, kam übrigens zum ersten Mal ein Kopfbahnhof aufs Siegertreppchen. Er verschaffte der Jury schon beim Eintritt in seine hohe Halle Gefühle, wie sie "sonst nur Kirchen vermitteln", sagte Karl-Peter Naumann von Pro Bahn.

Der Bahnhof Halberstadt "verschlief die DDR-Ära unter einer Wellblechhülle", sagte Harms. 2010 wurde er nach Renovierung wieder eröffnet.

"Die Auszeichnung für die beiden Bahnhöfe ist für unsere Mitarbeiter Belohnung und Ansporn zugleich", zeigte sich auch der Vorstandschef der Bahntochter DB Station & Service André Zeug erfreut: "Der Leipziger Hauptbahnhof, der zu den schönsten und beliebtesten Bahnhöfen Deutschlands gehört, liegt bei Kundenzufriedenheitsumfragen seit Jahren an vorderster Stelle." Aus Thüringen konnten bisher zwei Stationen den Titel "Bahnhof des Jahres" erringen. Im Jahr 2009 entschied sich die Jury für den Erfurter Hauptbahnhof, im Jahr 2005 ging der Titel an den Bahnhof Weimar.

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung

„Das ist Thüringen.“ - Standortkampagne startet am 29. August 26.08.2011

Erfurt. Die Standortkampagne Thüringen startet am Montag, 29. August. Unter dem Slogan „Das ist Thüringen.“ wird in den kommenden Wochen in ganz Deutschland mit verschiedenen Bildern für Thüringen geworben. So werden in Kino, Fernsehen und überregionalen Tageszeitungen Bildmotive aus Wirtschaft, Tourismus und Kultur zu sehen sein. Am Montag um 19.59 Uhr – eine Minute vor der ARD-Tagesschau – läuft zum ersten Mal der Kampagnen-Film im Ersten Programm. „Die Kampagne soll die Stärken Thüringens bekannt machen und das Profil des Landes schärfen“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Gemeinsam mit den Partnern von der Thüringer Tourismus GmbH, der Landesentwicklungsgesellschaft und der Thüringer Aufbaubank hat er heute in Erfurt die Umsetzung der Kampagne vorgestellt.

„In der täglichen Bilderflut brauchen wir starke Motive, um Thüringen zu einer Marke zu entwickeln“, sagte Machnig. Die Bild-Motive zeigen, dass der Freistaat innovative Unternehmen hat, Thüringer weltweit gefragt sind und kreative Köpfe aus dem Freistaat kommen. Machnig: „Thüringen ist anders als viele denken.“ Die Kampagne soll Vorurteile aufbrechen, mit Klischees aufräumen und ein positives Image entwickeln. Sie zeige, dass Thüringen ein Land ist mit hoher Lebensqualität, interessanten Berufschancen, historischen und kulturellen Highlights, mit viel Natur und Kultur. „Wenn wir Unternehmen und Fachkräfte für Thüringen gewinnen wollen, dann müssen wir für unser Land werben“, sagte der Wirtschaftsminister.

Schon die Vorkampagne war ein Erfolg. Über 500 Besucher haben auf der Kampagneseite www.was-ist-thüringen.de ein Foto hochgeladen. Rund 30.000 Besuche hatte die Seite, etwa vier Millionen Mal wurde sie angeklickt. „Diese große Resonanz war überraschend“, sagte Machnig. „Sie zeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben.“ Deutlich sei geworden: Viele Thüringer identifizieren sich mit ihrem Bundesland. Viele stehen selbstbewusst zu ihrem Land. Einige Motive aus der Vorkampagne werden in die Hauptkampagne „Das ist Thüringen.“ einfließen. Unter den 500 Teilnehmern wurden drei Gewinner ausgewählt, die einen iPad2 erhalten haben:

1. Rainer Wächter aus Jena für das Bild „Jena leuchtet“.
2. Dirk Rubner aus Erfurt für den „Schneeengel“.
3. Heinz Laube aus Remda-Teichel für „Thüringen ist … weltweit“.

Umsetzung der Kampagne:

- Film: Der Kampagnen-Film läuft am Montag, 29. August, um 19.59 auf den ARD – eine Minute vor der Tagesschau (außerdem am Dienstag, 30. August und am Samstag, 17. September). In den folgenden Tagen wird er auch auf n-tv gezeigt. Im September kommt er in die Kinos.

- Anzeigen: Die Anzeigen erscheinen in überregionalen Tageszeitungen (SZ, FAZ, Handelsblatt, Tagesspiegel) und in der Thüringer Presse (Zeitungsgruppe Thüringen, Südthüringer Presse, BILD Thüringen).

- Plakate: Die Motive werden auf 150 Plakatwänden in Thüringen zu sehen sein. Überwiegend in den größeren Städten wie Erfurt, Jena, Weimar, Suhl usw.

- Homepage: Am Montag wird die Kampagnen-Homepage unter www.das-ist-thüringen.de freigeschaltet.

Quelle: Jenapolis

Zukunftskongress in Leipzig - "Der Osten muss sich nicht verstecken" 25.08.2011

Welche Zukunftschancen hat der Osten Deutschlands? Vor welchen Herausforderungen stehen die fünf Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern? Darüber diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf einem Forum in der Media City Leipzig.

Der Osten kann stolz sein auf die Errungenschaften der letzten 20 Jahre, die Leistungen werden aber zu wenig wahrgenommen. Das war der Tenor der ersten Diskussionen beim Forum "Zukunft im Osten" in der Media City Leipzig.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte in seinem Grußwort, die ostdeutsche Bereitschaft zu Offenheit und Unternehmertum sei beispielhaft, aber sie werde außerhalb der fünf neuen Länder zu wenig wahrgenommen. Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der vor allem die Aufbruchsstimmung und die Entwicklung der Industrie- und Handelsstandorte in Ostdeutschland mehrfach hervorhob, aber ebenfalls bemängelte, dass dies in den alten Bundesländern kaum registriert werde.

Ministerpräsidenten: Leistungen im Osten sind bemerkenswert

Ähnlich sehen das auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (Sachsen), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Christine Lieberknecht (Thüringen) und Matthias Platzeck (Brandenburg). Im ersten Podiumsgespräch "Perspektive Ost" sagte Haseloff, jedes der ostdeutschen Länder habe eine erstaunliche Entwicklung genommen, überall gebe es Leuchtturmindustrien, mit denen die Länder Spitzenpositionen besetzen. Dennoch würde man, wenn man die Begriffe "Ostdeutschland" und "Zukunft" gemeinsam im Internet googelt, auf seitenweise negative Prognosen stoßen. Daher betonte er auch die Aufgabe der ostdeutschen Medien, die Entwicklungen in den neuen Bundesländern intensiv zu begleiten und die Akteure adäquat darzustellen.

Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht trat dem Vorurteil entgegen, der Osten habe ein Mentalitätsproblem und zu wenig Unternehmertum. Viele ostdeutsche Unternehmer, die sich 1990/1991 quasi aus dem Nichts heraus eine Existenz aufgebaut hätten und inzwischen teilweise Hunderte Mitarbeiter beschäftigten, hätten sowohl Mut zur Selbstständigkeit als auch unternehmerisches Talent bewiesen. Dies nicht zu sehen und nicht anzuerkennen sei schlicht Ignoranz. Stanislaw Tillich fügte hinzu, es dürfe auch nicht vergessen werden, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Zehntausende Unternehmer vor den Sowjets nach Westdeutschland geflüchtet sind. Dieser Substanzverlust sei nicht innerhalb von 20 Jahren aufzuholen. Auch er betonte die mangelnde Wahrnehmung der Leistungen in Ostdeutschland, merkte aber zugleich an: "Manchmal ist es nicht schlecht, unterschätzt zu werden." Das könne auch ein Vorteil sein.

Veränderungsprozesse als Chance begreifen

Brandenburgs Regierungschef Platzeck wies darauf hin, der Osten habe sich vielen Probleme schon viel früher stellen müssen als andere Regionen. Dadurch gebe es hier durchaus schon Lösungsansätze, wie Kommunen beispielsweise mit dem demographischen Wandel und sinkenden Einwohnerzahlen umgehen können. Man dürfe solche Prozesse auch nicht immer nur als Last sehen, sondern müsse sie als Chance begreifen. Es gebe erfolgreiche Beispiele für den Städterückbau und die Integration ältererer Menschen. Mit diesen Erfahrungen könne der Osten punkten.

Quelle: MDR

Blendende Aussichten für Leipzig: Forscher sagen mehr als 20.000 neue Jobs voraus 14.08.2011

Leipzig. Steigende Einwohnerzahlen und ein positives Wirtschaftswachstum haben Leipzig in einem aktuellen Städteranking in die Spitzengruppe unter deutschen Metropolen katapultiert. Bei der am Montag veröffentlichten Wirtschaftsperspektiven-Studie des Bad Homburger Feri-Instituts landete die Messestadt auf Platz vier – und damit erstmals unter den Top Ten.

„Der Standort Leipzig wird aus wirtschaftlicher Sicht immer attraktiver“, sagte Studienleiter Manfred Binsfeld gegenüber LVZ-Online. Für das Ranking waren im Auftrag des Magazins Capital die Wirtschaftsaussichten von 60 deutschen Städten bis 2017 untersucht worden.

Die Pleißemetropole ist in diesem Jahr der große Gewinner der seit 2001 zweijährlich durchgeführten Prognose. Um 45 Plätze kletterte Leipzig in der vergangenen Dekade nach oben, allein um 15 in diesem Jahr. Auch Dresden (Platz 6) und Jena (Platz 10) machten enorme Sprünge nach vorne und landeten zusammen mit Leipzig erstmals unter den besten zehn. Berlin konnte zwar ebenfalls neun Plätze gutmachen, kam jedoch nur auf den 22. Rang

Studienleiter Binsfeld erklärt das gute Abschneiden der Messestadt vor allem mit dem überraschend starken Bevölkerungswachstum. In den vergangenen fünf Jahren sei Leipzig um 0,7 Prozent auf mehr als 520.000 Einwohner gewachsen, während andere deutsche Städte eher stagnieren würden. „Die Zuwächse kommen nicht nur aus Ostdeutschland sondern auch aus Westdeutschland. Das spricht dafür, dass der Standort sehr attraktiv ist“, so Binsfeld. So würden sich beispielsweise auch immer mehr Studenten aus den neuen Bundesländern für ein Studium in der Messestadt entscheiden.

Mehr als 20.000 neue Jobs in den nächsten Jahren

Zudem habe die sächsische Metropole in den letzten fünf Jahren eine außergewöhnlich positive wirtschaftliche Entwicklung hingelegt. „Speziell bei unternehmensnahen Dienstleistungen wie Unternehmensberatung, IT, Forschung und Entwicklung hat Leipzig deutschlandweit ganz klar die Nase vorn“, erklärte Binsfeld. Mit einem Jobplus von fast 40 Prozent hängt Leipzig sogar die drei attraktivsten deutschen Städte Hamburg, München und Frankfurt ab. Durch die Großansiedlungen der Autohersteller BMW und Porsche sowie von Logistikunternehmen wie DHL habe sich zudem ein „ausgewogenes Branchenverhältnis“ entwickeln können.

Bei den Arbeitslosenzahlen ist Leipzig jedoch weiterhin Schlusslicht in Sachsen. Im Juli waren 49.362 Menschen im Agenturbezirk ohne Job, was einer Quote von 12,4 Prozent entspricht. Im Vorjahresmonat waren es noch 13,4 Prozent. Alleine in der Stadt Leipzig sind derzeit 34.480 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 13,2 Prozent.

Für die nächsten Jahre prophezeien die Forscher der Messestadt jedoch blendende Aussichten. Setzt sich der Trend fort, würden bis 2017 etwa sieben Prozent neue Arbeitsplätze entstehen – was rund 21.500 Jobs entspricht. Auch die Kaufkraft werde sich um etwa ein Zehntel erhöhen, auch wenn die absoluten Zahlen noch deutlich unter denen westdeutscher Städte liegen. „Insgesamt ist Leipzig für die nächsten Jahre sehr gut aufgestellt“, meint Binsfeld.

Quelle: Leipziger Volkszeitung

Aufschwung Ost, Abschwung West 14.08.2011

Beim ersten Capital-Ranking von 2001 waren die ostdeutschen Städte sämtlich im hinteren Tabellendrittel zu finden. Im neusten befinden sich drei von ihnen in den Top Ten. Zugleich verlieren West-Städte deutlich an Boden.

Da mögen Börsenkrise und Konjunkturängste die Welt noch so in Atem halten: Wolfgang Topf ist happy. "Hier vergeht keine Woche ohne gute Nachrichten", sagt der Präsident der IHK Leipzig. "Unsere Wirtschaft brummt." Zwei Beispiele von vielen: Der Konzern DHL, der 2006 sein Drehkreuz von Brüssel nach Sachsen verlegte, hat jetzt den 3000. Mitarbeiter eingestellt, bis Ende 2012 sollen es nochmals rund 20 Prozent mehr werden. BMW startete 2005 mit der Produktion in Leipzig, beschäftigt dort samt Zulieferern 5000 Leute - und will bis 2013 weitere 400 Mio. Euro für den Bau des neuen Elektroautos i3 und des Hybridsportwagens i8 investieren.

Zwar ist die Liste der zehn besten Städte weiterhin vom Westen dominiert. Doch neben Leipzig verbessern sich auch Dresden und Jena unter die Top Ten. Auch Potsdam und mit Abstrichen selbst das traditionell wirtschaftsschwache Berlin machen Boden gut. Zugleich gehören zu den absoluten Verlierern des Rankings Städte wie Würzburg, Nürnberg oder Wiesbaden, immerhin hessische Landeshauptstadt.

Der Osten kommt. Die neuen Standortstars sind nicht nur attraktiv und günstig. Sie locken gezielt, konsequent und erfolgreich Unternehmen an. So hat sich Leipzig nach einem fehlgeschlagenen Flirt mit der Finanzwirtschaft auf Logistik und Autoindustrie konzentriert. Dresden spezialisiert sich vor allem auf die Mikroelektronik. Gerade erst Ende Juli kündigte der Infineon-Konzern an, eine hochproduktive Art von Siliziumscheiben in Sachsen massenfertigen zu lassen - und nicht am Standort Kulim in Malaysia. Heißt in Zahlen: 250 Mio. Euro an Investitionen und 250 neue Jobs. "Die Rahmenbedingungen im Silicon Saxony sind hervorragend", begründet Infineon-Chef Peter Bauer. Gleiches gelte für die Unterstützung durch die Politik.

Teil 2: Wo Jena punktet

Das neue Capital-Städteranking bestätigt den äußerst positiven Trend: Leipzig landet unter 60 deutschen Städten auf Rang 4 - geschlagen nur von drei Westmetropolen. Im Auftrag von Capital hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Feri die Aussichten für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand bis zum Jahr 2017 analysiert. Gegenüber dem letzten Ranking von 2009 springt Leipzig um 15 Plätze nach vorne. So gut hat noch nie seit Start des zweijährlichen Rankings 2001 eine ostdeutsche Stadt abgeschnitten.

Jena, der dritte große Gewinner des Städtetests, punktet vor allem mit seiner Expertise in der Optik und Medizintechnik. Die drei Standorte nutzen, gestützt durch Fördermilliarden, ihre traditionellen Stärken, die sie teils schon zu DDR-Zeiten ausgeprägt haben. Etwa das Reservoir an Fachkräften, die auf den jeweiligen Wirtschaftszweig spezialisiert sind, oder das dichte Netz an Hochschulen.

Das hätte auch Berlin. Von der Humboldt-Universität über FU und TU bis hin zur Charité. Trotzdem hinkt die Hauptstadt mittlerweile hinter den ostdeutschen Top-Aufsteigern her. Beim ersten Ranking von 2001 waren die ostdeutschen Städte sämtlich noch Nachbarn im hinteren Tabellendrittel. "Was uns fehlt, ist eine Marke, ein Branding für die Wirtschaft dieser Stadt", räumt Finanzsenator Nußbaum ein. München ist in Deutschland der Hightech-Standort Nummer eins, Frankfurt das Bankenhauptquartier, Hamburg die Frontstadt der Globalisierung. Und Berlin? Die Stadt steht für vieles. Oder auch nichts.

Immerhin scheint sich mittlerweile ein Konsens durchzusetzen: Man will sich auf die Felder Gesundheit und Kreativwirtschaft konzentrieren - und bald auch auf die Elektromobilität. "Wir haben kein Analyseproblem", sagt Senator Nußbaum, "aber wir müssen in der Umsetzung besser werden."

Da sind die Sachsen weiter. Das Netzwerk zwischen Politik und Unternehmen funktioniere prima, sagt IHK-Präsident Topf. Klar, man reibe sich auch mal. "Aber wenn's gegenüber einem Investor drauf ankommt, ziehen wir alle absolut an einem Strang."

Quelle: wissen.de

Juli 2011

Erster Pilgerführer für Lutherweg vorgestellt 28.07.2011

Wandern auf den Spuren von Marthin Luther - dafür gibt es nun einen Pilgerführer. Zumindest für den Lutherweg in Sachsen-Anhalt. Die Präsidentin der Wittenberger Lutherweg-Gesellschaft, Sonja Hahn, sagte, seit der Eröffnung im März 2008 seien dort rund 6.000 Menschen auf den Spuren des Reformators gewandert. Die Strecke ist mehr als 400 Kilometer lang.

Einen Lutherweg gibt es nicht nur in Sachsen-Anhalt sondern auch in Sachsen und Thüringen. Alle drei sollen laut Hahn in den kommenden Jahren zu einer gemeinsamen Pilgeroute Lutherweg in Mitteldeutschland zusammengefasst werden.

Quelle: Deutschlandradio Kultur

Ryanair fliegt ab Leipzig/Halle 25.07.2011

Die irische Fluggesellschaft Ryanair verbindet mit Start des Winterflugplanes 2011/2012 den Leipzig/Halle Airport direkt mit den beiden europäischen Metropolen London und Rom. Dabei wird die britische Hauptstadt über den Flughafen London-Stansted ab November 2011 täglich angesteuert, Rom-Ciampino steht dreimal wöchentlich neu auf dem Flugplan. Den Passagieren aus Mitteldeutschland steht damit erstmals seit 2008 wieder eine Direktverbindung von Leipzig/Halle nach London zur Verfügung.

Bei den vorgesehenen Streckenaufnahmen handelt es sich um die ersten beiden Verbindungen von Ryanair ab Leipzig/Halle. Das direkte Streckennetz des Airports und die bisherigen Anbindungen in die Drehkreuze Frankfurt, München, Düsseldorf, Wien, Paris und Brüssel werden damit sinnvoll ergänzt. Dierk Näther, Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/Halle GmbH, zeigte sich erfreut: "London stand ganz oben auf der Liste der Wunschdestinationen hier in der Region. Wir freuen uns, dass wir nach intensiven Gesprächen die Ryanair dafür gewinnen konnten, und zudem mit einer Verbindung nach Rom ab Herbst gleich zwei Hauptstädte neu in unser Streckenangebot aufgenommen werden. Leipzig/Halle etabliert sich damit weiter als Flughafen mit einem umfassenden Angebot von Low Cost über klassische Linienflüge und Touristik bis zur Fracht." Für Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG, ist klar: "Die Zusammenarbeit eröffnet sowohl der Airline als auch dem Flughafen neue Möglichkeiten, das jeweilige Geschäftmodell weiter zu entwickeln. Das sehr spezifische Low-Cost-Modell und die Tarifstruktur der Ryanair ergänzen die Angebote unserer bestehenden Airlinekunden in der sehr preissensiblen Region Mitteldeutschland." Dierk Näther ergänzt: "Bei einer positiven Entwicklung soll das Angebot deutlich erweitert werden. Beide Seiten streben eine langfristige und wirtschaftliche Zusammenarbeit an."

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH ist ein Tochterunternehmen der Mitteldeutschen Airport Holding. 2010 wurden mehr als 2,35 Millionen Fluggäste und 663.024 Tonnen Luftfracht registriert. Leipzig/Halle Airport ist damit der zweitgrößte Frachtflughafen in Deutschland.

Quelle: Pressemitteilung Mitteldeutsche Flughafen AG

Europäisches Kulturerbe-Siegel für Leipzig 19.07.2011

Mit der politischen Einigung des EU-Kulturministerrats vom 19. Mai 2011 ist ein zentrales Vorhaben der Europäischen Union im kulturellen Bereich umgesetzt worden: Die Kulturminister der EU haben das bislang im Rahmen einer zwischenstaatlichen Initiative organisierte Projekt „Europäisches Kulturerbe-Siegel“ gebilligt und damit den Weg für eine endgültige Verabschiedung im Rat und im Europäischen Parlament geebnet.

Die Kultusministerkonferenz begrüßt diesen Schritt, der das im April 2006 auf Initiative Frankreichs von 17 europäischen Staaten ins Leben gerufene Projekt nunmehr in eine Maßnahme der Europäischen Union umwandelt. Deutschland ist seit Januar 2011 mit den „Stätten der Reformation“ und dem „Eisernen Vorhang“ an diesem intergouvernementalen Projekt beteiligt. Die Stiftungen „Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt“ und „Berliner Mauer“ hatten die Konzepte für Bund und Länder maßgeblich gestaltet.

Mit dem Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die symbol- und beispielhaft für die europäische Einigung sowie für die Ideale und die Geschichte Europas und der Union stehen. Die vorgeschlagenen neuen Modalitäten sehen vor, dass jeder der 27 Mitgliedstaaten künftig die Möglichkeit hat, nach einem festgelegten Zeitplan pro Auswahldurchgang maximal zwei Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel vorzuschlagen. Diese Vorschläge werden anschließend von einer aus unabhängigen Expertinnen und Experten bestehenden Jury bewertet, die höchstens eine Stätte pro Mitgliedstaat für die Zuerkennung des Siegels empfehlen kann.

Bei den „Stätten der Reformation“ handelt es sich um ein Netzwerk von 19 wichtigen Stätten der Reformation, die über ganz Deutschland verteilt sind. In Sachsen-Anhalt haben die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg und die Stadt Mansfeld das zwischenstaatliche Siegel erhalten; in Thüringen wurden die Wartburg, die Georgenkirche und das Lutherhaus in Eisenach, das Augustinerkloster und das Collegium Maius in Erfurt, die Bartholomäikirche in Altenburg und der Schlachtberg in Bad Frankenhausen ausgezeichnet. Vertreten sind im Netzwerk auch Worms (Reichstag von 1521), Augsburg mit dem dort 1555 geschlossenen Religionsfrieden und die Städte Mühlberg und Jüterbog in Brandenburg. Ausgezeichnet sind ebenfalls das Melanchthonhaus in Bretten, Schloss und Schlosskirche in Marburg, die Ebernburg bei Bad Kreuznach sowie das Schloss Hartenfels mit Schlosskapelle und die Katharina-Luther-Stube in Torgau an der Elbe. Schließlich sind die Kirchen St. Michael in Schwäbisch-Hall, die Große Kirche in Emden, St. Katharinen in Zwickau und St. Lamberti in Münster wegen ihrer Bedeutung als Wirkungsstätte der Reformatoren Johannes Brenz (Michaelskirche) und Johannes a Lasco (Große Kirche), des Predigers Thomas Müntzers (Katharinenkirche) und der Wiedertäufer (Lambertikirche) im Netzwerk vertreten.

Von der einstigen politischen, wirtschaftlichen und vor allen Dingen militärischen Trennungslinie, die weltweit als „Eiserner Vorhang“ traurige Berühmtheit gewonnen hat, vermitteln heute nur noch wenige Orte eine Vorstellung. Im Netzwerk „Eiserner Vorhang“ sind acht solcher Orte und Stätten miteinander verbunden, die symbolisch für Entstehung, Existenz und Überwindung von Mauer und Stacheldraht stehen. Berliner Orte (Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde) stehen neben Museen und Gedenkstätten an der einstigen innerdeutschen Grenze (Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn, Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen, Gedenkstätte Point Alpha in Geisa und das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth in Töpen). Potsdam (Schloss Cecilienhof, Glienicker Brücke und Villa Schöningen) und Leipzig (Nikolaikirche, Innenstadtring und Museum in der „Runden Ecke“) stehen als Städte symbolisch für die im Jahr 1945 besiegelte Teilung Deutschlands und Europas einerseits und Überwindung des „Eisernen Vorhangs“ durch friedliche Demonstranten andererseits.

Quelle: Kultusministerkonferenz

Gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Region Leipzig 05.07.2011

Die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie die Stadt Leipzig beabsichtigen in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, gemeinsam eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft unter Führung der Stadt Leipzig zu gründen. Dies beinhaltet die vom Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit, Uwe Albrecht, überarbeitete Strategie der clusterorientierten Wirtschaftsförderung, welche in der gestrigen Dienstberatung des Leipziger Oberbürgermeisters beraten und bestätigt wurde.

Ziel der Gründung ist es, die große Region Leipzig als Standort noch schlagkräftiger zu vermarkten und die Wirtschaftsförderung über kommunale Grenzen hinweg auf die Region auszuweiten. Die entsprechenden Beschlüsse werden jetzt vorbereitet und müssen in den Kreistagen von Leipzig und Nordsachsen sowie im Stadtrat Leipzigs verabschiedet werden. In den nächsten Monaten wird die Gründung vorbereitet, letztere soll 2012 erfolgen.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig: „Ich freue mich, dass es uns kooperativ gelungen ist, einen gemeinsamen großen Auftritt für die Wirtschaft in unserer Region vorzubereiten.“

Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit: „Ich erhoffe mir durch die Partnerschaft mit der Wirtschaft und den Landkreisen neue Impulse und gehe von einer breiten Zustimmung der Gremien aus.“

Michael Czupalla, Landrat des Landkreises Nordsachsen: „Ausgehend von den Beratungen des Regionalforums und vielversprechenden Gesprächen sind wir nunmehr auf einem guten und richtigen Weg der gemeinsamen Vermarktung der Region als Partner auf Augenhöhe, welchen es zu unterstützen gilt. Den Ältestenrat und den Kreistag werde ich in den nächsten Beratungen über das Vorhaben informieren und meine, dass auch ein Angebot zur Mitarbeit an die Großen Kreisstädte der Region erfolgen sollte.“

Gerhard Gey, Landrat des Landkreises Leipzig: „Unternehmen denken nicht in kommunalen Grenzen. Daher freuen wir uns, dass die Stadt Leipzig nun die Initiative für eine gemeinsame Wirtschaftsförderung unserer Region Westsachsen ergreift. Dieser Startschuss ist wichtig, auch wenn die finanziellen und organisatorischen Bedingungen auf Arbeitsebene noch zu klären sind.“

Wolfgang Topf, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig: „Die gesamte Region Leipzig braucht eine einheitliche und starke Wirtschaftsförderung, um im nationalen und internationalen Standortwettbewerb bestehen zu können. Wir freuen uns, dass die langjährigen Bemühungen der Kammern zur Gründung einer gemeinsamen Wirtschaftsförderungsgesellschaft nun Früchte tragen. Dabei werden wir uns im gesamten Prozess weiter aktiv mit einbringen.“

Quelle: Stadt Leipzig

Juni 2011

Studie „Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden" vorgestellt 28.06.2011

Die im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden von Prognos erstellte Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden bescheinigt dem Wirtschaftszweig eine große Dynamik. Im Ergebnis der Studie wurde festgestellt, dass Dresden eines der wichtigsten Zentren dieser Branche in Sachsen und der Bundesrepublik insgesamt ist und dass es sich hierbei zweifellos um eine beachtenswerte Wachstumsbranche handelt. Es werden Handlungsfelder benannt, mit denen die Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit den Unternehmen die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft vorantreiben kann. So könnten eine Ansprechstelle für junge Unternehmer der Branche geschaffen, Impulsprojekte initiiert oder auch städtebauliche Instrumente zur Unterstützung der Kultur- und Kreativwirtschaft eingesetzt werden.

„Bei der Umsetzung der Handlungsempfehlungen ist uns dann auch das integrierte Vorgehen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, kulturellen und städtebaulichen Aspekte wichtig" sagt Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden.

Bis Ende 2011 wird die Stadtverwaltung auf Grundlage der Studie Strategien und konkrete Maßnahmen entwickeln und dem Stadtrat vorschlagen.

Download der Studie

Quelle: http://www.prognos.com/

Studien zu Europas Metropolregionen vorgestellt 27.06.2011

Im Rahmen einer Veranstaltung der Repräsentanz der Region Île-de-France am 28. Juni 2011 wurde zur Tourismuspolitik der europäischen Metropolregionen und Hauptstädte Bilanz gezogen. Zwei Studien des Regionalen Tourismusverbandes von Paris-Île-de-France erlauben einen Leistungsvergleich der europäischen Hauptstädte in den Sektoren „Empfang von Touristen“ und „Nachhaltige Entwicklung“.

So zeigt die Studie „24 hours in a tourist destination“ aus dem Jahr 2010, bei der 30 verdeckte Tourismusexperten in sechs Hauptstädten (Amsterdam, Berlin, London, Madrid, Paris und Rom) die Qualität von Dienstleistungen prüften, die ein normaler Tourist an einem Tag in Anspruch nimmt (z. B. Museumsführungen, Restaurantbesuche oder Taxifahrten), dass Berlin im Vergleich zu den anderen getesteten Städten mit 73% an letzter Stelle steht. Insbesondere die Touristeninformation an Flughäfen weise noch Lücken auf, verfüge doch der Flughafen Berlin-Tegel über keine Anlaufstelle für Touristen. Überdurchschnittlich gut schnitt Berlin im Bereich Restauration ab.

Die zweite Studie vergleicht die nachhaltige Entwicklung in elf europäischen Touristenzielen anhand von Kriterien wie umweltfreundliche Hotels oder öffentliche Verkehrsmittel. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Berlin lediglich zwei Hotels mit Ökolabel aufweise und damit im unteren Durchschnitt liege. Von den Ende 2010 insgesamt 400 ausgezeichneten Hotels befinden sich laut der Studie 2010 in Stockholm, womit die Stadt klarer Vorreiter im Bereich der Nachhaltigkeit ist. Die Studien können bei Frau Gwenn Jully (gjully@nouveau-paris-idf.com) angefragt werden.

Quelle: Brüssel Aktuell 24/2011 (24.06.-01.07.2011)

Die Metropolregion Mitteldeutschland lud zu ihrer 4. Jahreskonferenz 26.06.2011

Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft trafen sich am 27.06.2011 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch

Die diesjährige Konferenz fand unter dem Titel „Fachkräfteentwicklung in Mitteldeutschland durch Familienfreundlichkeit“ statt. Im Rahmen von verschiedenen Fachvorträgen und Diskussionsforen mit ausgewiesenen Experten erhielten etwa 150 geladene Gäste die Möglichkeit, sich zur Thematik zu informieren und auszutauschen.

Gute Bedingungen für Familien sind ein entscheidender Standort-faktor für die Metropolregion Mitteldeutschland. Um dem demografischen Wandel erfolgreich zu begegnen und qualifizierte Fachkräfte für die Region zu gewinnen, müssen sich Wirtschaft, Verbände und Politik mit neuen Konzepten und Kooperationen engagieren. Familienfreundliche Arbeitsorganisation und Personalentwicklung sind solche Konzepte, die sich für Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen auszahlen.

Die Konferenz sollte dazu beitragen, ein Bewusstsein für die Stärken und Potenziale der Metropolregion zu schaffen und neue Impulse für die überregionale Kooperation zu setzen.

Impressionen von der Jahreskonferenz

          

       

        

       

           

Studie: Mitteldeutschland auf Wachstumskurs 23.06.2011

Ein am Freitag veröffentlichter Ländervergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat Mitteldeutschland ein gutes Wirtschaftswachstum bescheinigt. Während sich Sachsen auf Platz 4 und Sachsen-Anhalt auf Platz 5 verbesserten, fiel Thüringen auf den sechsten Platz zurück. Sieger des sogenannten Dynamik-Rankings ist Brandenburg. Schlusslicht ist Baden-Württemberg.

Das gute Abschneiden der neuen Länder gilt aber nur für die Wirtschaftsentwicklung. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas, sieht die neuen Bundesländer aber auch weiterhin auf Wachstumskurs. Ostdeutschland zähle mittlerweile zu den dynamischsten Regionen in Deutschland. Das sei ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Aufbau Ost vorankomme.

Thüringen entwickelt sich langsamer

Sachsen-Anhalt erreichte bei der Entwicklung des verfügbaren Einkommens je Einwohner sogar den ersten Platz. Das Einkommen stieg laut Studie in der Zeit von 2007 bis 2009 um 6,6 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt stieg dieser Wert um 2,7 Prozent. Thüringen entwickelt sich zwar langsamer als die anderen ostdeutschen Bundesländer, belegte aber im Niveauranking, das die absolute Wirtschafts- und Leistungskraft misst, als bestes neues Bundesland den elften Rang. Sachsen erreichte hier den zwölften Platz.

Osten Schlusslicht bei Wirtschaftskraft

Bei der Wirtschaftskraft insgesamt belegt der Osten aber auch weiterhin die hinteren Ränge. Dort führen nach wie vor unangefochten Bayern und Baden-Württemberg. Diese beiden Länder weisen auch die besten Job-Chancen auf.

In der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und dem Magazin "Wirtschaftswoche" initiierten Studie waren rund 100 Indikatoren miteinander verglichen worden. Dazu gehörten das Bruttoinlandsprodukt, die Produktivität, die Arbeitslosenquote oder die Betreuungsquote in Kindereinrichtungen. Die INSM wurde im Jahr 2000 von den Verbänden der Metall- und Elektroindustrie gegründet und wird von ihnen finanziert.

Quelle: MDR Sachsen-Anhalt

Mai 2011

Branchenstudie von Sachsen Bank und HHL Die Zukunft der mitteldeutschen Mikroelektronik: Positive Diversifizierung oder kompensationsloser Niedergang? 17.05.2011

Wird die Mikroelektronik-Branche in Mitteldeutschland langfristig wettbewerbsfähig sein können? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit der Erfolg von "Silicon Saxony" fortgeschrieben werden kann? Oder wird die Übermacht asiatischer Produktionsstätten die Mikroelektronikbranche in Mitteldeutschland mittelfristig ganz verschwinden lassen? Mit diesen Fragen setzt sich das aktuelle "Sachsen Bank Branchenszenario Mittelstand" auseinander. Gleichzeitig gibt die Studie des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation der Handelshochschule Leipzig (HHL) Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik.

Die Studie entstand im Rahmen einer auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit zwischen der HHL und der Sachsen Bank zur wissenschaftlichen Untersuchung von Mittelstandsthemen, aus der zukünftig Szenariostudien für weitere Schlüsselbranchen in Mitteldeutschland folgen werden. "Die Sachsen Bank sieht sich als Partner der mittelständischen Unternehmen in Mitteldeutschland. Deshalb unterstützt sie auch gerne und gezielt diese Art der praxisnahen Forschung. So können wir unsere eigene Expertise stärken und den Unternehmen zudem mögliche Entwicklungen aufzeigen", erläutert Prof. Harald R. Pfab, Vorstandsvorsitzender der Sachsen Bank, die Kooperation mit der HHL.

Auf Basis umfangreicher Literaturanalysen, einer Expertenbefragung und mehrerer Workshops hat das Team um Professor Dr. Torsten Wulf vier Szenarien entwickelt. Diese Szenarien – "Diversifizierung", "Konversion", "Zusammenbruch" und "Auslaufmodell" – zeigen, dass die Mikroelektronik in Mitteldeutschland sehr positive Entwicklungsperspektiven besitzt, sich aber auch schwierigen Herausforderungen gegenüber sieht. Ob eher die Chancen oder eher die Risiken das künftige Bild der Branche prägen werden, ist – so das Ergebnis der Studie – in hohem Maße davon abhängig, wie Unternehmen und Politik in Mitteldeutschland mit den Herausforderungen der Branche umgehen.

So beschreibt das Szenario "Diversifizierung" die Mikroelektronik als Ausgangspunkt für eine positive Differenzierung der Unternehmenslandschaft in Mitteldeutschland in neue Technologiefelder. Gleichzeitig wächst der Sektor unternehmensnaher Dienstleistungen stark. Voraussetzung für diese positive Entwicklung ist insbesondere eine innovative staatliche Förder-, Forschungs- und Bildungspolitik. Genauso möglich ist jedoch auch ein Szenario "Zusammenbruch", das die schnelle Abwanderung der Mikroelektronik und damit den Niedergang von Silicon Saxony beschreibt. Dies könnte dann eintreten, wenn Mitteldeutschland gegenüber Mikroelektronik- Clustern in Asien sowohl bezüglich der Kostenstrukturen wie auch der Forschung und Entwicklung weiter an Boden verliert.

Prof. Dr. Torsten Wulf resümiert: "Unsere Szenarien zeigen, dass es Wirtschaft und Politik in Mitteldeutschland im Wesentlichen selbst in der Hand haben, die Zukunft der Branche positiv zu gestalten. Konkret ergeben sich aus unseren Szenarien mehrere Implikationen für Unternehmen und Politik: Unternehmen der Mikroelektronik-Branche empfehlen wir, sich auf die Erschließung neuer Anwendungsfelder, zum Beispiel im Bereich der Nanotechnologie, der organischen Materialien, der Sensorik oder der Medizin- und Beleuchtungstechnik zu fokussieren. Durch die Stärkung von Kompetenzen, insbesondere in Bereichen wie Anwendungsentwicklung und Marketing, können so neue Geschäfte entwickelt werden. Darüber hinaus zeigen unsere Szenarien, welchen Einfluss die Rahmenbedingungen, insbesondere die Forschungs-, Bildungs- und Investitionsförderpolitik, haben können. Hier ist die Politik in Mitteldeutschland gefordert, innovative Konzepte für Bildung und Forschung zu entwickeln, die gar nicht unbedingt teuer sein müssen."

Die "Sachsen Bank Branchenszenarien Mitteldeutschland: Zukunftsszenarien für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland" stehen kostenfrei auf folgenden Internetseiten zum Download bereit:

http://www.sachsenbank.de »
http://www.scenariomanagement.de »

Handelshochschule Leipzig (HHL)

Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Neben der internationalen Ausrichtung spielt die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden.

Sachsen Bank

Unter dem Dach der Sachsen Bank bündelt die Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) ihr mittelständisches Unternehmenskunden- und das Privatkundengeschäft in Mitteldeutschland. Dabei verbindet sie das breite Produkt- und Dienstleistungsportfolio der LBBW mit der Kundennähe einer eigenständig agierenden Regionalbank.

Quelle: www.sachsenbank.de

Klare Absage an Länderfusion in Mitteldeutschland 02.05.2011

Leipzig - Die drei mitteldeutschen Länder wird es auch in Jahrzehnten noch geben. Davon haben sich die Ministerpräsidenten Thüringens, Sachsens uns Sachsen-Anhalts, Christine Lieberknecht, Stanislaw Tillich und Reiner Haseloff (alle CDU) beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig überzeugt gezeigt. Auch mit Sachsen-Anhalt identifiziere sich mittlerweile die große Mehrheit der Bürger, sagte Haseloff. Vor 15 Jahren sei das noch nicht so gewesen.

"Es war richtig, mit der Deutschen Einheit auch die Länder wiedererstehen zu lassen, wie es sie bis 1952 gab", sagte der Regierungschef Sachsen-Anhalts und konnte sich der Zustimmung seiner Kollegin und seines Kollegen sicher sein. Christine Lieberknecht ergänzte, dass dies auch für das Gewicht der mitteldeutschen Länder im Bundesrat wichtig ist. "Zusammen haben wir zwölf Stimmen. Gäbe es nur ein großes Land Mitteldeutschland, wären es höchsten sechs", sagte die Thüringerin. Die Zukunft sei nicht eine Frage der Größe, sondern der Kreativität. Stanislaw Tillich betonte an dieser Stelle den Wettbewerb im Föderalismus: "Wir spornen uns gegenseitig an." Gleichwohl sei die Wirtschaftsregion Mitteldeutschland zum Beispiel in den USA eher ein Begriff als der Ländername Sachsen, der dort oft mit Niedersachsen verwechselt werde. Die Länder in Frage stellen wollte Tillich deswegen aber nicht. Auch einzelne Städte wie Dresden, Weimar oder Wittenberg seien weltweit bekannter als die drei Länder.

Als Stifter einer mitteldeutschen Identität waren in der Runde dann auch schnell Geschichte, Wirtschaft und Kultur ausgemacht. Die drei Länder seien kulturgeschichtlich und herrschaftsgeschichtlich eng miteinander verwoben, sagte Lieberknecht, und nannte die Stichworte Musik, Romanik, Luther und Industriezeitalter. "Die Kultur ist unser Schatz", ergänzte Tillich. Dass es im Freistaat Sachsen kein spezielles Kulturministerium gibt, stehe dem nicht entgegen, so der Ministerpräsident. Es komme darauf an, wie die Kulturpolitik umgesetzt werde. Seine Thüringer Kollegin Christine Lieberknecht räumte ein, dass sie durchaus darüber nachgedacht hatte, ein extra Kulturministerium einzurichten. Diesen Gedanken habe sie aber verworfen, weil die Kultur in einem mit Bildung und Wissenschaft breiter aufgestellten Ministerium besser untergebracht sei. Haseloff warf an dieser Stelle ein, dass er in Sachsen-Anhalt ein Kulturministerium hat, seit jüngst Wissenschaft und Hochschulen dem Wirtschaftsministerium zugeordnet wurden.

In der weiteren Diskussion überwogen Themen über Medien und Medienpolitik im Allgemeinen und öffentlich-rechtliche Angebote im Besonderen. Lieberknecht lobte den MDR, weil er die mitteldeutsche Identität wie kein anderes Medium transportiere. Haseloff beschrieb die Zeitungslandschaft in den Ländern als plural, beklagte zugleich aber, dass die Verbreitungsgebiete den einstigen DDR-Bezirken entsprechen. Und Stanislaw Tillich stellte fest, dass sich vieles verändert. "Wer diese Umbrüche am besten bewältigt, wird als Standort Erfolg haben", sagte er. In Beton gegossen scheint dieser Erfolg in Thüringen zu sein, wo gerade der zweite Bauabschnitt des Kindermedienzentrums in Erfurt eingeweiht wurde, wie Christine Lieberknecht berichten konnte: "Voll vermietet - und ein dritter Bauabschnitt ist auch schon im Gespräch."

Quelle: news aktuell

April 2011

Ostern 2011 - Märkte und Feste locken Zehntausende 23.04.2011

Mit zahlreichen Volksfesten haben die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Ostersonntag gefeiert. Museen, Kirchen, Zoos und andere Einrichtungen luden zu besonderen Veranstaltungen.

Sachsen: Eierschieben in Bautzen

In Bautzen fand am Ostersonntag das traditionelle Eierschieben statt. Dabei lassen Erwachsene am Protschenberg bunte Bälle den Hang zur Spree hinunterrollen. Kinder können diese aufsammeln und in Geschenke eintauschen. Das Spektakel geht auf einen historischen Brauch zurück. Früher ließen zu Ostern wohlhabende Bürger hart gekochte Eier, Obst, Brötchen und Nüsse den Berg hinabrollen, die von den Kindern aufgesammelt wurden. Nach der Wende wurde der Brauch wiederbelebt und findet nun seit 2001 wieder statt.

Sachsen-Anhalt: Eiersuche und Ritterspiele

Auch Sachsen-Anhalt stand am Sonntag ganz im Zeichen des Osterfestes. In mehreren Orten öffneten Ostermärkte, so im Freilichtmuseum Diesdorf. Die Tierparks in Bernburg, Dessau und Köthen luden zur Ostereiersuche. Einen musikalisch literarischen Osterspaziergang gab es in Aschersleben. Im Schlosspark Zeitz erwartete die Besucher am Nachmittag eine große Ostereiersuche und ein Schalmeienfest. Auf der Burg Rabenstein finden am gesamten Osterfest Ritterspiele statt.

Thüringen: Osterfest im Erfurter egapark

In Thüringen sind Tausende Menschen nach Gierstedt gepilgert. Der MDR lud zu seinem traditionellen Osterspaziergang in diesem Jahr in das Obstanbaugebiet nordwestlich von Erfurt. In der Landeshauptstadt selbst bat der Osterhase in den egapark. Gemeinsam mit seinen Helfern wie Küken und Biene Maja verteilte er Osterkörbchen an die kleineren Besucher. Auf der Bühne am Festplatz wurde zudem ein Unterhaltungsprogramm geboten, das von einer Harry-Potter-Zaubershow über Puppentheater bis hin zu artistischen Variete-Darbietungen reichte.

Quelle: MDR

Haseloff zum Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gewählt 18.04.2011

Der Landtag in Magdeburg hat den bisherigen Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag zum neuen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gewählt. Stellvertreter des 57 Jahre alten Haseloff wird Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Für Haseloff stimmten 57 der 67 Abgeordneten der rot-schwarzen Koalition - nur vier mehr als für eine absolute Mehrheit erforderlich.

An die mindestens acht Abweichler in den eigenen Reihen (ein SPD-Abgeordneter war krank und es gab eine Enthaltung) gerichtet sagte Haseloff, er hoffe, Zweifler mit einem „guten Weg der Mitte“ zu überzeugen und mit Kompromissen, die nicht immer in der Mitte liegen müssten. Haseloff lobte die politische Kultur Sachsen-Anhalts, die sich in den - als „Kuschelwahlkampf“ bespöttelten - Tagen vor der Wahl bewährt habe. Haseloff folgt Wolfgang Böhmer, der sich nach neun Jahren als Ministerpräsident im Alter von 75 Jahren aus der Politik zurückzieht. Böhmer war der erste, der Haseloff zur Wahl gratulierte.

Der neugewählte Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU), sagte, Böhmer hinterlasse Sachsen-Anhalt in einem besseren Zustand, als er es übernommen habe, gerade hinsichtlich des Ansehens des Landes. Böhmer kündigte an, sich künftig aus der Tagespolitik fernzuhalten und auf Äußerungen dazu zu verzichten. Das größte noch ungelöste Problem Sachsen-Anhalts sei, sagte er zu seinem Abschied, die Abwanderung junger Menschen und damit verbunden ein Mangel an Fachkräften.

Neues Kabinett vorgestellt

Haseloff stellte am Dienstagnachmittag das neue Kabinett der schwarz-roten Koalition vor. Nur Finanzminister Bullerjahn, Justizministerin Angela Kolb (SPD), Sozialminister Norbert Bischoff (SPD), Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) und Staatsminister Rainer Robra (CDU) als Chef der Staatskanzlei und Europaminister behalten ihre Ressorts. Eine andere Aufgabe übernahm die bisherige Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU), die Haseloff im um die Zuständigkeit für Wissenschaft erweiterten Wirtschaftsministerium folgt. Frau Wolffs bisherige Aufgaben Schule und Kultur übernimmt der Theologe Stephan Dorgerloh (SPD). Neu ins Kabinett kamen zudem der CDU-Landesvorsitzende Thomas Webel (Verkehr und Bau) und Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). In fast allen Ressorts kam es zu Verschiebungen der Kompetenzen - mal zugunsten der SPD, mal zugunsten der CDU.

Dem neuen Landtag mit 105 Abgeordneten gehören vier Fraktionen an: die CDU (41 Abgeordnete), SPD (26), die Linkspartei (29) und die Grünen (neun Abgeordnete), die nach dreizehn Jahren wieder in den Landtag kamen. Die FDP verpasste den Wiedereinzug in den Landtag. Zum Landtagspräsidenten wurde als Nachfolger von Dieter Steinecke Detlev Gürth (CDU) gewählt, der dem Landtag seit 1990 angehört. Zuvor hatte dieser sich noch zusammen mit der SPD bei der Sitzordnung gegen die Grünen durchgesetzt: Die Grünen finden entgegen der bisherigen Konvention im Bundestag und in anderen Länderparlamenten ihre Sitze an der rechten Seite des Plenums, wo bisher die FDP saß. Die CDU wollte im Landtag nicht nach „rechts außen“ rücken.

Quelle: FAZ.NET

Frühlingsaufschwung am Arbeitsmarkt 03.04.2011

Der Frühling und die stabile Konjunktur haben im März für einen Aufschwung am Arbeitsmarkt gesorgt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ging die Arbeitslosigkeit deutschlandweit im März um 102.000 auf 3,21 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 7,6 Prozent. Im Ost-West-Vergleich ist die Quote in den neuen Ländern mit 12,4 Prozent aber weiter fast doppelt so hoch, wie im alten Bundesgebiet.

Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sprach von einer positiven Entwicklung und einem stabilen wirtschaftlichen Aufschwung. "Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch." Möglicherweise schon im Mai werde die Drei-Millionen-Marke unterschritten. Die Japankrise hat nach BA-Einschätzung derzeit kaum Auswirkungen auf die Beschäftigung. Ledigleich zwei Unternehmen hätten bislang wegen Lieferengpässen Kurzarbeit beantragt. Allerdings bereiteten sich weitere Firmen auf Produktionsengpässe vor.

Aufschwung in Sachsen hält an

In Sachsen waren im März 254.083 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 9.702 weniger als im Februar und rund 34.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging auf 11,9 Prozent zurück, nach 12,4 Prozent im Februar und 13,4 Prozent vor einem Jahr. Damit lag die Arbeitslosigkeit den 16. Monat in Folge unter dem Vorjahresniveau. Die geringste Arbeitslosigkeit verzeichneten die Arbeitsamtsbezirke Dresden mit einer Quote von 10,7 Prozent und Zwickau mit 10,8 Prozent. Schlusslichter sind weiter Leipzig mit 13,3 Prozent und Oschatz mit 13,5 Prozent Arbeitslosigkeit.

Nach Aussage von Regionaldirektionschefin Jutta Cordt gab es vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und in Außenberufen deutlich mehr Arbeit. Im April und Mai rechne sie mit noch besseren Zahlen.

Sachsen-Anhalt mit bestem März seit 19 Jahren

In Sachsen-Anhalt waren Mitte März 150.300 Menschen arbeitslos gemeldet, 7.000 weniger als im Februar und 21.800 weniger als vor einem Jahr. Nach Angaben der Regionaldirektion war das die geringste März-Arbeitslosigkeit seit 1992. Die Arbeitslosenquote sank seit Februar um 0,5 Punkte auf 12,5 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 14,0 Prozent gelegen.

Die wenigsten Arbeitslosen gab es im Landkreis Börde mit 9,2 Prozent und im Jerichower Land mit 10,7 Prozent. Weniger gut sah es in den Landkreisen Stendal mit einer Arbeitslosenquote von 15,7 Prozent und Mansfeld-Südharz mit 15,8 Prozent aus.

Thüringen wieder unter zehn Prozent

Thüringenweit ist die Arbeitslosigkeit erstmals seit langem wieder unter die Marke von zehn Prozent gesunken. Nach den Zahlen der Landesarbeitsagentur waren im März 117.700 Menschen ohne Arbeit. Das waren 5.300 weniger als im Februar und 19.500 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote
sank auf 9,9 Prozent und war erneut die niedrigste in Ostdeutschland. Im Februar hatte sie noch bei 10,4 Prozent gelegen. Außerdem ist verzeichnen die aktuellen Zahlen die geringste März-Arbeitslosigkeit seit 1991.

Die geringsten Arbeitslosenquoten meldeten der Landkreise Sonneberg mit 6,1 Prozent und Hildburghausen mit 6,7 Prozent. Die rote Laterne hat weiter der Kyffhäuserkreis mit 14,7 Prozent.

Quelle: MDR Sachsen-Anhalt

März 2011

Länder halten an «Initiative Mitteldeutschland» fest 31.03.2011

Erfurt/Dresden/Magdeburg/dpa. Sparetats, Bevölkerungsschwund und das absehbare Ende der Sonderförderung durch EU und Solidarpakt setzen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unter Druck. Die drei Länder wollen auch deshalb an der «Initiative Mitteldeutschland» festhalten. Kooperationen sollen vorangetrieben werden. Eine Zusammenlegung von Behörden ist aber vorerst nicht geplant, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Auch eine Länderfusion steht nicht zur Debatte. Die Oppositionsfraktionen in den Landtagen sehen die Initiative weitestgehend verpufft und fordern verbindliche Entscheidungen, um Doppelstrukturen auszuräumen.

«Die Initiative muss nicht belebt werden, sie lebt», sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Er verwies auf Erfolge wie die Fusion der Landesversicherungsanstalten, den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zum Mitteldeutschen Logistikzentrum oder gemeinsame Gesetzesinitiativen. Die Kooperation sei für alle Seiten ein Gewinn. «Mitteldeutschland hat so die Chance, mit einer Stimme wahrgenommen zu werden.» Die Eigenständigkeit der Länder stehe dabei nicht infrage.

Ähnlich äußerte sich Thüringens Bau- und Verkehrsminister Christian Carius (CDU): «Es gibt viele gute, gemeinsame Projekte. Aber Kooperationen und Fusionen sind zwei Paar Schuhe.» Einen Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit sieht er beim Umgang der Länder mit dem demografische Wandel. Für Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) ist eine länderübergreifende Zusammenarbeit eine Daueraufgabe. «Wer die Selbstständigkeit der drei Länder will, der ist gezwungen, besser zu kooperieren als bisher.»

«Die Initiative ist ein Erfolg. Viele Kooperationen über die mitteldeutschen Landesgrenzen hinweg sind mittlerweile in vielen Bereichen der Verwaltung selbstverständlich geworden», sagte Sachsen-Anhalts Regierungssprecherin Monika Zimmermann. Es gebe auch neue Projekte. «Dazu gehört die Einrichtung des Gemeinsamen Mahngerichtes in Aschersleben.» Auch im touristischen Bereich werde kooperiert wie im Harz bei einem einheitlichen touristischen Leitsystem. Zimmermann: «Es ist schon einiges passiert, aber es muss noch viel getan werden.»

Die «Initiative Mitteldeutschland» war 2002 von den damaligen CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Georg Milbradt, Wolfgang Böhmer und Bernhard Vogel auf den Weg gebracht worden. Die drei Regierungschefs hatten sich damals auf eine gemeinsame Agenda mit dem Ziel verständigt, die Zusammenarbeit der drei Länder zu intensivieren.

Die Fraktionschefin der Grünen im sächsischen Landtag, Antje Hermenau, sieht zwar viele Aktivitäten. Aber: «Kooperiert wird, wo es gerade passt und keinem wehtut.» Sie forderte politisch verbindliche Entscheidungen, die in einem Vertrag zwischen den Ländern festgeschrieben werden. «Das Ausräumen von Doppelstrukturen und Fördermittelkonkurrenzen kann nicht länger vom Wollen und Können der amtierenden Ministerpräsidenten abhängig bleiben.»

Für die Linken hat die Initiative bisher vor allem «Luftblasen» hervorgebracht. Der sächsische Fraktionschef André Hahn verlangte eine Verwaltungskooperation, die diesen Namen verdiene; etwa ein gemeinsames Statistikamt und eine Aufbaubank für drei Länder. Der Linke-Fraktionsvorsitzende in Thüringen, Bodo Ramelow, hält die Initiative für eine Mogelpackung. «Das ist alles nur Flick- und Stückwerk.» Die drei Landesverwaltungen seien unterschiedlich aufgebaut und nicht kompatibel.

Die Erwartungen seien bisher nicht erfüllt, urteilten SPD-Politiker. Nach neun Jahren sei außer heißer Luft nicht viel Konkretes aus der Idee geworden, kritisierte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD in Sachsen, Stefan Brangs. Sein Thüringer Amtskollege Werner Pidde hält vor allem eine abgestimmte und koordinierte Förderpolitik in den drei Ländern für wichtig.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

Sachsen-Anhalt: 'Straße der deutschen Sprache' soll 25 Städte verbinden 29.03.2011

KÖTHEN/MZ. Es gibt eine "Straße der Romanik", es gibt die "Deutsche Weinstraße" und die "Fachwerkstraße". Nun soll auch eine "Straße der deutschen Sprache" entstehen. Der Startschuss dafür wurde am Mittwoch in Köthen (Kreis Anhalt-Bitterfeld) gegeben. Vertreter aus acht Städten Mitteldeutschlands, die Anknüpfungspunkte zur deutschen Sprache aufweisen, verständigten sich über erste Schritte.

"Wir wollen uns zunächst auf Mitteldeutschland konzentrieren, das ist die Wiege des Hochdeutschen", erklärte Thomas Paulwitz, Initiator und Mitglied der in Köthen ansässigen Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. Das Ziel bestehe darin, das Bewusstsein der Menschen für die deutsche Sprache zu stärken und sie in Städte zu locken, in denen sprachgeschichtlich bedeutsame Ereignisse geschehen sind oder wo bekannte Persönlichkeiten der deutschen Sprache lebten. Bildung und Tourismus könnten so miteinander verknüpft werden.

Etappenorte sind Schleiz, wo Konrad Duden seine ersten Aufzeichnungen zur Vereinheitlichung der Rechtschreibung niederschrieb, Weißenfels mit Novalis, Haldensleben mit Grimm oder Gräfenhainichen mit Paul Gerhardt. Die Lutherstädte Eisenach und Eisleben sollten aber genauso wenig fehlen wie die Burg Falkenstein, wo Eike von Repgow im Mittelalter den Sachsenspiegel, das erste deutsche Rechtsbuch, verfasst hat.

"Unsere Zielgruppe sind vor allem Bildungsreisende und Sprachinteressierte", so Paulwitz. Doch sollten alle Menschen von der Sprachenstraße profitieren. So sollte beispielsweise auch Mühlhausen gewürdigt werden, wo die Stadtverwaltung sich bemüht, Anglizismen zu vermeiden. Auch Köthen gehört dazu, wurde doch hier im 17. Jahrhundert mit der Fruchtbringenden Gesellschaft die erste und bis heute bedeutendste Sprachgesellschaft in Deutschland gegründet.

In ihrer Tradition steht die 2007 aus der Taufe gehobene Neue Fruchtbringende Gesellschaft. Deren Vorsitzende Uta Seewald-Heeg zeigte sich angetan von dem überregionalen Interesse, das die "Straße der deutschen Sprache" schon jetzt findet. Mit 25 Städten ist die Gesellschaft im Gespräch. In einem Monat soll die Arbeitsgruppe das erste Mal zusammentreten und "feste Kriterien" für das Projekt erarbeiten.

Vorgesehen ist zunächst ein Internet-Auftritt, um das Vorhaben bekannt zu machen. Zudem sollen ein Logo und ein Faltblatt entworfen werden, auf dem die einzelnen Stationen aufgeführt sind. Eine einheitliche Beschilderung soll später die "Straße der deutschen Sprache" erkennbar machen. Zum 5. "Köthener Sprachtag", zu dem im Juni Besucher aus ganz Deutschland erwartet werden, sollen erste Ergebnisse präsentiert werden. Seewald-Heeg ist überzeugt davon, ein interessantes Angebot zu erarbeiten, das für Bildungs- und Familienreisen geeignet ist.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

"Unser Potenzial ist die Vielfalt" 20.03.2011

Gemeinsames Handeln ist für die Akteure in der Metropolregion Mitteldeutschland gar nicht so leicht oder auch nicht immer gewollt.

Die Metropolregion Mitteldeutschland hat einen Webfehler. Das stellte der Saalekreis-Landrat Frank Bannert (CDU) aus Merseburg in einem Gespräch mit der Neuen Thüringer Illustrierten fest. „Allein auf die Impulsgebung und Ausstrahlung der Großstädte zu setzen, um eine noch dazu so ausufernde Region zwischen Erfurt, Dresden und Magdeburg regionalpolitisch entwickeln zu wollen, ist zu eng gedacht“, wird der seit 1. Juli 2007 im Amt befindliche Kommunalpolitiker in der Ausgabe 2/2011 der in Weimar herausgegebenen wirtschaftspolitischen Zeitschrift zitiert.

Bannert sieht es für die halbwegs effektive Arbeit in der Metropolregion Mitteldeutschland als einen dringend notwendigen Schritt an, zumindest einige der regionalpolitisch bedeutendsten Kreise mit einzubeziehen. „Das kann doch nicht den Städten überlassen bleiben!“ Denn so wichtig die Beziehungen zwischen kreisfreien Städten und deren Umland seien, so wichtig sei die Zusammenarbeit, wenn eine so große Region nach vorn gebracht werden soll. „Ich weiß meine Kollegin Oberbürgermeisterin von Halle hinter mir und fordere meine Amtsbrüder und –schwestern in den Kreisen immer wieder auf, mehr Selbstbewußtsein zu zeigen, sich mehr einzumischen. Denn für die Entwicklung der Region haben wir mindestens genauso viel bei- und mitzutragen wie die kreisfreien Städte.“

Seit vorigem Jahr berichtet die monatlich seit 20 Jahren erscheinende Neue Thüringer Illustrierte verstärkt über die Aktivitäten der aus dem sogenannten Sachsendreieck hervorgegangenen Metropolregion Mitteldeutschland und läßt Akteure der sächsisch-anhaltinisch-thüringischen Städte-Arbeitsgemeinschaft zu Wort kommen. Das aus Chemnitz, Dessau-Roßlau, Dresden, Erfurt, Gera, Halle/Saale, Jena, Leipzig, Magdeburg, Weimar und Zwickau bestehende Netzwerk stellt zumindest für ostdeutsche Verhältnisse eine Macht dar: In den elf Kommunen leben rund 2,4 Millionen Einwohner. Ihr Bruttoinlandsprodukt beträgt 64 Milliarden Euro. (Thüringen bringt es als Bundesland insgesamt auf 50 Milliarden Euro.) Es gibt 13 Universitäten, 35 Hochschulen und über 100 Forschungseinrichtungen. Außerdem kann der Städteverbund auf 30 öffentliche Theater, mehr als 800 Museen und unzählige Schlösser und Burgen verweisen.

Damit die Thüringer Leser mehr über das Geschehen in den Nachbarstädten in Sachsen und Sachsen-Anhalt erfahren und darüber, wie sich die Netzwerkpartner konkret und unverwechselbar einbringen, um die Vision von der Metropolregion mit Leben zu erfüllen, stellt die Neue Thüringer Illustrierte (NTI) die Standorte in der Städte-Arbeitsgemeinschaft ausführlich vor.

„Die Metropolregionen sind generell ein Mittel, um im europäischen Maßstab wahrgenommen zu werden und agieren zu können“, machte der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) in einem NTI-Interview in Ausgabe 8/2010 das Anliegen des Städteverbundes deutlich. Weimar sei maßgeblich an der Namensänderung von „Sachsendreieck“ zu „Mitteldeutschland“ beteiligt gewesen. Dies sei für Thüringen von grundsätzlicher Bedeutung, würde aber auch dem Image der gesamten Region guttun. Als Kulturstadt Europas bringe Weimar, so Wolf weiter, seinen überragenden weltweiten Ruf in die Metropolregion ein. Dies sei auch der Hintergrund dafür, weshalb Weimar mit seinen 65.000 Einwohnern in einer Liga mit Städten spiele, die eine halbe Million Einwohner haben. „In kultureller Hinsicht“, meinte das Stadtoberhaupt selbstbewußt, „können wir uns ja durchaus mit einer Stadt wie Dresden vergleichen.“

Besonderes Interesse an Thüringen meldete die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) in einem NTI-Interview in Ausgabe 12/2010 an: „In Sachen Bürgerhaushalt sind wir erst am Anfang. Da erhoffen wir uns über unsere Mitwirkung in der Metropolregion Mitteldeutschland wichtige Erfahrungen, denn die Stadt Jena scheint in Sachen Bürgerhaushalt schon sehr weit vorangekommen zu sein.“ Die Sozialdemokratin Findeiß möchte, daß das Zusammenwirken in der Metropolregion nicht nur Politik und Verwaltungen vorbehalten bleibt: „Ich meine, daß auch im großen Kreis der Metropolregion bürgerschaftliche Mitwirkung bei besonderen Aufgaben sinnvoll und möglich wäre“, sagte sie. Das setze aber voraus, daß diese gemeinsame Initiative, ihre konkreten Aufgaben und auch bisherige Ergebnisse den Bürgerinnen und Bürgern bekannt seien. „An dieser Art Öffentlichkeitsarbeit haben wir noch einiges zu verbessern“, gab Pia Findeiß gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten die Devise aus. „Wenn uns das gelingt, könnten nicht nur die Region, sondern daneben auch die einzelnen Städte noch stärker profitieren.“

Mit der inzwischen als Metropolregion Mitteldeutschland anerkannten Zusammenarbeit der Städte der drei Bundesländer könne auch so manchen Bestrebungen entgegengewirkt werden, „unsere Städte gegeneinander auszuspielen“. Das erklärte Dagmar Szabados (SPD), Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale), in einem aktuellen NTI-Interview für die Ausgabe 2/2011. „Ich sehe unsere Metropolregion als eine polyzentrische, unser Schwerpunkt und unser Potential ist die Vielfalt.“ Mehr noch: „Die Metropolregion sehe ich auch als wichtigen Baustein für das Zusammenwachsen unserer Länder, vielleicht zu einem Bundesland Mitteldeutschland“, visionierte Halles Oberbürgermeisterin und merkte an: „Ein erster wichtiger und längst fälliger Schritt ist das gemeinsame Abitur.“

Merseburg gehört nicht zu den elf Netzwerkpartnern des Städtebundes, trotzdem ist gerade die Metropolregion im Nachbarort von Halle aber ein Thema. Als einziger historisch begründeter zentraler Verwaltungssitz in der Metropolregion Mitteldeutschland komme eigentlich nur Merseburg in Frage. Mit dieser Forderung verblüffte Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU) den Leipziger NTI-Reporter Frank Friedrich. „Die Hauptstadt eines immer wieder diskutierten Bundeslandes Mitteldeutschland kann nur Merseburg sein – deshalb wird es dieses Land auch nie geben, denn Dresden, Magdeburg, Erfurt oder Leipzig ließen das nie zu“, ließ es das Stadtoberhaupt in der Neuen Thüringer Illustrierten an einer gehörigen Portion Humor nicht fehlen.

Mit der benachbarten Metropolregion-Stadt Halle habe Merseburg zwar weniger Berührungspunkte als die Kreisverwaltung, meinte der CDU-Politiker, „doch die Ziele der Metropolregion helfen natürlich auch uns“. Beim Thema Unternehmensansiedlungen kritisierte Jens Bühligen allerdings die Städte Halle und Leipzig. Diese würden immer wieder zeigen, daß das mit dem gemeinsamen Handeln gar nicht so leicht oder auch nicht immer so gewollt sei.

Auf den Hauptbahnhof der Stadt Halle geht ein weiterer Beitrag in Heft 2/2011 der Neuen Thüringer Illustrierten im Rahmen der Metropolregion-Berichterstattung ein. Dieser solle nach neuesten Plänen der Deutschen Bahn den historisch gewachsenen und nun fast fertig ausgebauten Schnellverkehrsknoten Leipzig ersetzen, für dessen Entwicklung die Bahn und damit der Steuerzahler Milliarden Euro gezahlt hätten. „Natürlich weiß jeder, daß bei den Planspielen der Bahn als realer Staat im Staate selbst Großstädte kein Mitspracherecht haben – wohl nicht einmal als Metropolregion-Gruppe. Doch Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados sieht in dieser Entwicklung natürlich nur positive Aspekte – und ist da immer ganz mucksmäuschenstill, wenn Leipzig und auch Chemnitz und Dresden sowie Jena und Weimar als die in Thüringen von den Folgen direkt betroffenen Städte im Chor gegen die Bahn als Geldverschwender und unternehmerischen Hasardeur argumentieren,“ berichtet die Illustrierte und fragt: „Wozu brauchen wir die Metropolregion Mitteldeutschland als Arbeitsgemeinschaft der Großstädte, wenn die sich dann doch nur untereinander zu übertrumpfen versuchen?“

In der Praxis zeigt sich, wie kompliziert es ist, die Interessen und Befindlichkeiten von gleich elf Städten unter einen Hut zu bekommen. Wenn sich in diese Zusammenarbeit die umliegenden Kreise künftig stärker und selbstbewußter einbringen, stehen der Metropolregion noch ganz andere Zerreiß- und Bewährungsproben bevor.

Quelle: Neue Thüringer Illustrierte

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